Ronald Lässig (DDR-Opfer-Hilfe e.V.) begrüßt Regierungsbeschluss

SED-Diktatur wird weiter aufgearbeitet

Bernd Neumann 

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).
 
Die Bundesregierung will die Aufarbeitung der SED-Diktatur und ihrer Folgen weiter vorantreiben. Das geht aus einem umfangreichen Bericht hervor, den das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Kulturstaatssekretär Bernd Neumann (CDU) sagte dazu: “Einen Schlussstrich unter das begangene Unrecht kann und wird es nicht geben.” Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibe es eine zentrale Aufgabe, sich mit der SED-Herrschaft zu beschäftigen.
 
Neumann sagte, die Bundesregierung habe – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – die geschichtliche Aufarbeitung gestärkt. Sie wolle verhindern, dass die SED-Diktatur verklärt oder verharmlost wird. Konkret würden zum Beispiel in ganz Deutschland Zeitzeugen an Schulen und andere Bildungseinrichtungen vermittelt. Insgesamt fördere der Bund mit mehr als 100 Millionen Euro jährlich die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Hinzu kämen Beiträge der Länder und der Opferverbände. Die Notwendigkeit einer weiteren Auseinandersetzung mit den Folgen der Diktatur werde auch durch die in Umfragen ermittelte “erschreckende Unkenntnis von Schülern” über die SED-Herrschaft deutlich. Vielen Jugendlichen seien die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur nicht bekannt, betonte Neumann.
 
Der Verein DDR-Opfer-Hilfe e.V. begrüßte es, dass kein Schlussstrich unter die DDR-Vergangenheit gezogen werde. Der Vorsitzende Ronald Lässig sagte: “Wir brauchen noch mehr Aufklärung, vor allem in den Schulen.” Die DDR werde von vielen in einer Art “Ostalgie” auf billige Mieten und kostenfreie Bildung reduziert. Die Diktatur werde dabei ausgeblendet.
 
Laut Bericht wollen sich auch Länder des Arabischen Frühlings wie Tunesien und Ägypten bei der Aufarbeitung ihrer Geschichte am Umgang Deutschlands mit der DDR-Vergangenheit orientieren. Die Auseinandersetzung mit dem kommunistischen Erbe genieße Achtung in der Welt und sei auch Vorbild in Nordafrika, heißt es. “Ägypten und Tunesien suchen bei der Auseinandersetzung mit ihrer jüngsten Geschichte die Expertise deutscher Aufarbeitungseinrichtungen.”
 

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